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Die Stimme der ­Bewohnenden findet Gehör

Die Idee, ältere Menschen in deren eigenen vier Wänden zu unterstützen, sei während der Covid-Pandemie entstanden, erinnert sich Steven Weill, der die Aareperle seit fünf Jahren leitet. Die anvisierte Nachbarschaftshilfe in der Region wollte bestehende Angebote anderer Anbieter wie Pro Senectute nicht konkurrenzieren, sondern Lücken schliessen. Mit dem Ziel, dass Betagte so lange wie möglich in einem Umfeld wohnen können, mit dem sie vertraut sind.

In enger Zusammenarbeit mit Benevol AG und der kantonalen Fachstelle für Altersfragen reichten die Verantwortlichen der Aareperle bei Swisslos ein Gesuch ein. Und zogen das grosse Los: Mit dem zugesicherten Betrag konnte während dreier Jahre eine 30-Prozent-Koordinationsstelle für die Freiwilligenarbeit finanziert werden. Mehr als die Hälfte dieser Zeit ist um. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Kaffee trinken, spazieren, vorlesen

«Das neue Angebot kommt bei der Zielgruppe gut an; gerade die Nachfrage im Bereich Nachbarschaftshilfe steigt kontinuierlich», freut sich Steven Weill. Manchmal sind es die erwachsenen Kinder, die anrufen oder eine E-Mail schreiben, manchmal die Betroffenen selbst. Die enge Zusammenarbeit mit Sozialdiensten und Hausärztinnen und -ärzten hilft ebenso, dass das kostenlose Angebot in der Region immer bekannter wird. Aber auch in der Aareperle selbst sind die Plakate der Freiwilligen-Koordinationsstelle nicht zu übersehen. Gesellschaft leisten oder kleinere Hilfestellungen im Alltag erbringen, insbesondere im administrativen oder digitalen Bereich – das sind die aufgelisteten Interventionsfelder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe.

«Wir sehen uns als offenes Haus, als einen Ort der Begegnung», umreisst Steven Weill die Philosophie der Aareperle. Mit der Freiwilligenvermittlung will die Institution, die nach einer Totalsanierung im Jahr 2023 einen neuen Namen trägt, auch einem sozialen Auftrag nachkommen. «Die Menschen werden immer älter. Aber auch immer einsamer. Hier sind wir als Gesellschaft und als Pflegeinstitution gefordert», so Weill. Das neue Freiwilligenprojekt soll Vorzeigecharakter haben und innovative Ansätze im Umgang mit dem demografischen Wandel liefern. Die Nachbarschaftshilfe und die Freiwilligeneinsätze innerhalb der Institution seien zwar kein Ersatz für Fachkräfte, schafften aber dennoch einen klaren Mehrwert für Betagte, zeigt sich der Institutionsleiter überzeugt.

Sinnstiftende Tätigkeit nach der Pensionierung

Derzeit sind rund 70 Personen im Freiwilligenpool der Aare­perle aktiv. Der Grossteil davon engagiert sich direkt vor Ort in der Lese-, Strick-, Sing- oder Lottogruppe, im Mahlzeitendienst oder bei Projekten, die sie selbst ins Leben rufen, wie den kürzlich initiierten Männerstammtisch. Der «klassische» Freiwillige ist pensioniert, pflegt einen aktiven Lebensstil, will einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen, sich aber auch nicht allzu stark binden, um weiteren Interessen nachgehen zu können.

Rund ein Dutzend Personen aus diesem Pool leisten ihre Einsätze im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Wo liegen die Unterschiede? Die Frage geht an Nadia Zanchi, die umtriebige Freiwilligenkoordinatorin im Haus, deren Türen immer offenstehen. «Unsere Freiwilligen, die Betagte zuhause aufsuchen, sind bei ihren Einsätzen stärker auf sich allein gestellt. Sie tragen eine grössere Verantwortung», sagt sie. Die ausgebildete Kulturmanagerin hat ihre Tätigkeit im März 2022 aufgenommen, schreibt im Rahmen ihres 30-Prozent-Pensums Konzepte, schaltet Inserate, führt Gespräche, nimmt Anfragen entgegen, organisiert die Einsätze, kümmert sich um kurzfristige Vakanzen – kurz: Sie ist die Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen rund um Freiwilligenarbeit. Und von diesen gibt es viele.

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